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Bürgerthron – nicht Kaiserstuhl
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Für das angenehme Sitzen, sowohl in Ruhe, als auch in Aktion, sorgten dick gepolsterte Armlehnen, eine wattierte Sitz- und Rückenfläche sowie abgerundete Stuhlkanten. Den Ansprüchen der Optik wurde mit einer geradezu herrschaftlich ornamentierten Rücklehne, mit spitz gedrechselten Füßchen und mit einem Zierleisten-bestückten Korpus aus edlem Obstbaumholz Rechnung getragen.
Für die Diskretion schließlich sorgte ein abschließbarer Kasten mit integriertem Sanitärgeschirr und passend gepolstertem Deckel über dem reichlich dimensionierten Rund der Entsorgungsöffnung. Um dem Ganzen ein Mindestmaß an Mobilität und Handhabbarkeit zu verschaffen, wurden unter die vier Stuhlfüße kleine Messingrollen gesetzt.
So gesehen wirkt dieser „Kackstuhl“, wie er schon fast verächtlich in einem allgemein anerkannten und oft benutzten Begriffsthesaurus für Inventarisatoren in der Museumsbranche genannt wird, geradezu herrschaftlich und nobel.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][cz_gap height=“20px“][vc_column_text css=““]Dort, wo der Redensart zufolge selbst der Kaiser zu Fuß hingehen musste, wenn er mal musste, sollte es wohl auch dem betuchten Bürger im Alter, im Krankheitsfalle oder des Nachts nicht an dem gewohnten Komfort mangeln. So gesehen stammt dieses Sitzmöbel der besonderen Art sicher nicht aus einem provinziellen bäuerlichen Haushalt.[/vc_column_text][cz_gap height=“20px“][cz_free_line id=“cz_69606″ sk_line=“background-color:#cccccc;height:1px;“][vc_column_text css=““ el_class=“smalltext“]
TEXT: Martin Ortmeier | PHOTOS: Konrad Obermeier (Zigarettenautomat; Atelier G. Adolph, Passau (historisches Porträt, 1949)
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